Schleudertrauma

In meiner nun bald 20-jährigen Praxiserfahrung habe ich schon einige KlientInnen mit leichten bis schweren Schleudertraumatas erfolgreich behandelt.


Gerade die körperzentrierten Therapieansätze eignen sich hervorragend zur begleitenden Behandlung.

Also – warten sie nach einem Unfall nicht zu lange, sie müssen nicht mit ihren Beschwerden leben!

 

 

schleudertrauma-grafikDas Schleudertrauma und seine Bezeichnungen

Bei einem Schleudertrauma handelt es sich um Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS).

Dieser Verletzungskomplex wird als "HWS-Distorsion" beschrieben. (Distorsion = Verstauchung, lat. Verdrehung).

Bezeichnungen wie Schleudertrauma, Schleuderverletzung, Peitschenhiebverletzung (englisch Whiplash injury), Beschleunigungsverletzung stellen lediglich einen Erklärungsversuch der Verletzungsursache dar, während z.B. "Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) nach Beschleunigungstrauma" als Diagnose bezeichnet wird.

 

Zahlen und Fakten

Das Schleudertrauma ist keine neue Volkskrankheit, wie dies gelegentlich behauptet wird. Das Verletzungsbild tritt in einer zunehmend (auto-)mobileren Gesellschaft und damit verbundenen Verkehrsunfällen aber wohl häufiger auf. Der Verletzungsmechanismus kommt beispielsweise bei einem Auffahrunfall im Strassenverkehr vor, aber auch bei Sport- und Arbeitsunfällen, und ist durch Studien gut belegt.

Bei einem Auffahrunfall wird der Körper des Insassen mit dem Fahrzeug beschleunigt; der Kopf des Insassen macht diese Beschleunigung trägheitsbedingt nicht sofort mit. Dies führt zu knickenden und schärenden Belastungen der Halswirbelsäule und damit zu deren Schädigung. Das Resultat sind kleinste Verletzungen, wie etwa Mikrofrakturen der Wirbelkörper, Blutungen, Zerrungen und Einrisse von Bändern und Muskeln. Weiter wurden in Studien Verletzungen an den Facettengelenken, am Rückenmark und an den Halswirbeln nachgewiesen.
Diese Verletzungen können zu Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-, Gedächtnis- und Sehstörungen und psychischen Leiden, wie Depressionen, führen. Ein Teil dieser Beschwerden sind durch wissenschaftliche Verfahren mess- bzw. objektivierbar, so beispielsweise Beweglichkeitseinschränkungen oder Instabilität der HWS, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindel sowie Mikroverletzungen der Gelenkbänder der HWS.

Eine Studie der Schweizerischen Unfallversicherungen (SSUV) hat für das Jahr 2004 rund 25'000 Schleudertraumafälle erhoben. Diese Studie erfasste jedoch lediglich berufstätige Menschen. Nichterwerbstätige Personen, also Kinder, Studenten, Hausfrauen, Rentner etc. sind nicht berücksichtigt.

 

Das Schleudertrauma aus medizinischer Sicht

Die Halswirbelsäule ist eine mehrsegmentale, äusserst komplex gebaute biomechanische und neuromuskuläre „Konstruktion“. Biomechanisch muss sie kompromissartig zwei sich ausschliessende Optionen erfüllen: erstens den Kopf tragen und zweitens die Bewegungen des Kopfes zulassen.

Die Strukturen der Halswirbelsäule sind mit einer Vielzahl von Rezeptoren versehen. Diese dienen im Falle eines Reizes als Ursprung wesentlicher Steuerungsimpulse für die Motorik, die Schmerzverarbeitung sowie für weitere Wahrnehmungsmodalitäten und Hirnfunktionen. (Quelle: Baviera)

Bei einem Heckaufprall aufs Auto wird der Körper des Insassen zusammen mit dem Fahrzeug beschleunigt. Durch den heftigen Aufprall von hinten wird der Rumpf des Betroffenen blitzartig nach vorne bewegt, während der langsamer reagierende Kopf gleichzeitig heftig nach hinten schleudert. Dadurch wird die Halswirbelsäule überdehnt, was vor allem zu Verletzungen im oberen Wirbelsäulenbereich führen kann. Verletzungen können an sämtlichen Wirbelsäulenbestandteilen entstehen; also an Knochen, Bändern, Bandscheiben, Sehnen, Muskeln, Blutgefässen und am Nervengewebe. 

Beschwerden müssen nicht unmittelbar nach dem Unfall auftreten, sondern können sich auch erst nach Stunden oder nach Tagen bemerkbar machen. Die Symptome einer solchen Verletzung der Halswirbelsäule können u.a. Kopf- und Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule, Übelkeit, Sehstörungen und Schwindelgefühle aber auch Konzentrationsstörungen und Lähmungserscheinungen sein. 

Bereits geringe Auffahrgeschwindigkeiten können zu Verletzungen führen, da die Kollision für die Betroffenen meist unerwartet erfolgt. Bei zur Seite gedrehtem Kopf während dem Aufprall können die Unfallfolgen noch gravierender sein.

Der beschriebene Verletzungsmechanismus kann auch bei Sport- und Arbeitsunfällen auftreten.

 

Das Schleudertrauma aus der Sicht des Nervensystems

Neben den physischen Verletzungen kommt es bei einem Schleudertrauma zu einem Schock im vegetativen Nervensystem. Bewusst oder unbewusst ist der Betroffene während des Unfall-Ereignisses in Lebensgefahr, der Nacken könnte brechen...!
Diese Todesangst ruft im Nervensystem den natürlichen Abwehrmechanismus von Schock und Freece hervor.
Das heisst, die gesamte Energie, die von Aussen einwirkt und innerlich auch als Kampf- oder Fluchtenergie mobilisiert wird, wird augenblicklich eingefroren. Vergleichbar mit dem Todstellreflex der Tiere.
Solange nun diese aufgestaute Energie sich nicht wieder auflösen und integrieren kann, bildet sie alle möglichen Symptome eines Traumas.
Diese können sich wie folgt äussern:

  • Verkrampfungen mit starken Schmerzen in Nacken, Kopf und Schultern oder auch weiter entfernten Körperteilen
  • Übersensibilität gegenüber äusseren Reizen
  • Konzentrationsschwäche
  • übertriebene Ängstlichkeit
  • Verminderung der Vitalität
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
Folglich wird eine Therapie dann erfolgreich sein, wenn sie diese gestaute Traumaenergie wieder zu lösen vermag, und somit die damit einhergehenden Beschwerden vermindert und auflöst.
Dies kann in manchen Fällen, solange sie nicht chronifiziert sind, mit wenigen sanften und achtsamen Behandlungen geschehen.

 

Äusserst wichtig zu wissen!

Nicht alle Geschädigten bleiben dauerhaft arbeitsunfähig. Das Leiden chronifiziert bei lediglich ca. 10% aller Fälle. Die grosse Mehrheit der Betroffenen überwindet die akute Schädigung ohne bleibende Folgen.

Lassen Sie sich die Therapie von Ihrem Arzt verschreiben und/oder holen Sie bei Ihrer Unfall-, Kranken- oder Haftpflichtversicherung eine Kostengutsprache ein.
Nur so können Sie sicher sein, dass die Therapie auch bezahlt wird.
 
Weiterführende Links:
 
Artikel aus dem Trauma Newsletter von 2002 - Zentrum für innere Ökologie, Zürich
 
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