Die Polarität zwischen Feuer und Wasser

Veröffentlicht: Montag, 18. Dezember 2017

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FeuerWasser 1500pix„Feuer ist von einer sich ausbreitenden Natur. Es tritt als Licht, Hitze oder Elektrizität in Erscheinung. Wasser hingegen ist von zusammenziehender Natur. Es kann fest werden, es kühlt und ist die Grundlage für Magnetismus.

Alles, was je in der Zweiten Runde der Schöpfung erschaffen wurde, einschließlich des menschlichen Daseinsbereichs, basiert auf dem Zusammenspiel von Feuer und Wasser. Gemeinsam bringen sie alle Manifestationen hervor, seien sie scheinbar statisch oder offensichtlich dynamisch. Feuer und Wasser kreisen beständig umeinander und wechseln hin und her zwischen ihren Extremen. Weil alles aus diesen zwei fundamental verschiedenen und widerstreitenden Prinzipien besteht, ist auch alles ständiger Veränderung unterworfen.

Es ist so, als ob ein unzerstörbares Gummiband die beiden Prinzipien miteinander verbinden würde. Wenn sich ein Prinzip vom anderen wegbewegt, dann erscheint es zwar so, als wäre es unabhängig vom anderen, doch in Wirklichkeit nähert es sich lediglich dem Moment, wo es mit Wucht zu ihm zurückschnellt. Beide Prinzipien sind aneinander gefesselt und können nur gemeinsam existieren. So sehr sie es auch wollten, sie können sich nicht vom jeweils anderen Prinzip befreien. Je mehr sie es versuchen, umso stärker werden sie schließlich wieder zueinander gezogen.

Die Menschen haben ein sehr gutes Verständnis der Polarität gewonnen. Sie haben sehr viele Rhythmen, Zyklen und physische Elemente entdeckt, die alle auf Polarität basieren. Und selbst die Götter, die sie erschufen, kamen nicht ohne die Polarität von Himmel und Höllen, Gebote und Verbote aus.

Im Osten entstanden Lehren, die die Polarität und ihre Effekte mittels „Yin und Yang“ oder auch dem „Rad des Lebens“ beschrieben. Es ist dort richtigerweise allgemein akzeptiert, dass beide Prinzipien, Yin und Yang, Wasser und Feuer, ihr jeweiliges Gegenstück in sich tragen. Auch wenn eine Entwicklung scheinbar vollständig in Richtung eines Prinzips erfolgte, so ist das andere doch immer noch vorhanden. Nicht nur als ein Potenzial, sondern als unausweichliches Gesetz der Zweiten Runde der Schöpfung. Früher oder später wird es sich bemerkbar machen und erstarken. Es wird sicherstellen, dass die Dominanz des Anderen sich wieder zurückentwickelt, wodurch sich letztlich alles in Zyklen unterschiedlichster Größenordnung bewegt.

Die Tatsache, dass sich alles ständig verändert, ist sicherlich nicht schwer zu entdecken. Simple Beobachtung genügt, um zu dieser offensichtlichen Schlussfolgerung zu kommen. Und dafür ist noch nicht einmal ein Verständnis für die Ursache der Veränderung notwendig. Dennoch tun die meisten Menschen bis zum heutigen Tag immer noch alles um diese Tatsache zu verleugnen. Sie lenken sich ab, damit sie sich nicht der Realität der allgegenwärtigen Vergänglichkeit und somit auch nicht ihrem eigenen Tod stellen müssen.

So wollen die Menschen, und auch alle anderen Wesenheiten, dass die angenehmen Dinge beständig sind, obwohl sie wissen, dass alles sich in einem ständigen Fluss befindet. Sie versuchen, das festzuhalten, was sie mögen und laufen vor dem weg, was sie nicht mögen. Damit leugnen sie die unausweichliche Vergänglichkeit alles Erschaffenen und stemmen sich gegen die Natur der Zweiten Runde der Schöpfung. Ihren Widerstand erleben sie als emotionale Reibung.
Emotionale Reibung in Form von Frustration sowie Angst vor Verlust und Vergänglichkeit ist ein ständiger Begleiter für jedes Wesen innerhalb der Zweiten Runde der Schöpfung. Der Mensch aber erlebt emotionale Reibung in ihrer höchsten Intensität. Sein Körper ist ständig potenziellen Schmerzen ausgesetzt. Seine Gefühle können ihn innerhalb eines Sekundenbruchteils aus dem Himmel in die Hölle bringen. Zusätzlich hat der Mensch keine wirkliche Einsicht in seine größere Realität. Das ist erlebte Polarität in Reinkultur.“

Auszug aus: Joachim Wolffram. „Althar - Richtung Utopia (German Edition).“

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