Ganzheitliche Therapien

Traumaheilung

  • Somatic Experiencing (SE)

    SE ist ein psycho-physiologisch fundiertes Konzept zur Behandlung und Auflösung von Schock und Trauma, das vom amerikanischen Psychologen und Biologen Dr. Peter A. Levine in jahrzehntelanger Arbeit zusammengestellt und mit viel Erfolg erprobt wurde.

    Es baut auf Beobachtungen in der freien Natur auf: Tiere in der Wildnis sind selten traumatisiert – obwohl  sie regelmässig stark bedroht sind. Sie brauchen innewohnende Mechanismen, die es ihnen erlaben, ihre Selbstregulation in Gang zu bringen und nach einer sie stark fordernden oder überwältigenden Erfahrung hohe Energiemengen aus ihrem Körper zu entladen.

    Diese inneren Abläufe haben zur Folge, dass Tiere eine Art «eingebaute Immunität» gegen Trauma besitzen – sie also dazu fähig sind, problemlos ins normale Leben zurückzufinden, nachdem sie eine lebensbedrohliche Situation hinter sich haben.

    Wenn Menschen in der richtigen Art und Weise unterstützt werden, können auch sie sich von ihren Traumata erholen.

  • Buchempfehlungen

    Trauma Heilungtrauma-heilung-levine

    Das Erwachen des Tigers. Unsere Fähigkeit, traumatische Erfahrungen zu transformieren Taschenbuch

    von Dr. Peter A. Levine

    Buch / ISBN: 978-3-922026-91-4

    Im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Sicht können Traumata geheilt werden. In vielen Fällen sind dazu nicht einmal langwierige Therapien, kein schmerzhaftes Reaktivieren von Erinnerungen und keine Dauermedikation erforderlich. Alte Traumasymptome sind Beispiele für gebundene Energie und vergessene Lektionen des Lebens. Mit der Information und den Hilfsmitteln, die Ihnen dieses Buch an die Hand gibt, können Sie vermeiden, daß potentiell traumatische Erfahrungen ihre destruktive Wirkung entfalten, und besser mit bedrohlichen Situationen umgehen. Über den Autor: Peter A. Levine, Ph.D., Biologe, Physiker und Psychologe, widmet sich seit 35 Jahren dem Studium von Stress und Trauma und ist einer der anerkanntesten Trauma-Spezialisten weltweit. Nach seinem Bestseller Das Erwachen des Tigers (Synthesis Verlag) und seinem Grundlagenwerk über Traumaheilung bei Kindern und Jugendlichen (Kösel 2005, über 5000 verkaufte Exemplare) erscheint nun endlich sein drittes Buch auf Deutsch. Seine Methode Somatic Experiencing unterrichtet er in vielen Ländern. Zusätzlich zu seiner fachlichen Tätigkeit stellt er sich für die Basisarbeit in Gemeinschaften und Gesellschaften, die durch Krieg oder Naturkatastrophen traumatisiert worden sind, beratend und leitend zur Verfügung.

     

     

    sprache-ohne-worte

    Sprache ohne Worte - Die Botschaften unseres Körpers verstehen

    Das Grundlagenbuch zu Trauma, Selbstregulation und dem Finden von innerer Balance

    von Dr. Peter A. Levine

    Buch / ISBN: 978-3-466-30918-4

    Dr. Peter A. Levine, soeben für sein Lebenswerk ausgezeichnet vom amerikanischen Verband der Körpertherapeuten, ist einer der bedeutendsten Traumaforscher unserer Zeit. Seine Bücher sind internationale Bestseller. "Sprache ohne Worte" stellt den Gipfelpunkt seines Schaffens dar. "Traumatisiert zu sein bedeutet, verdammt zu sein zu einer geistigen Endlosschleife unerträglicher Erfahrungen. In diesem fesselnden Buch erklärt Peter Levine, was bei einem Trauma in unserem Körper und unserer Psyche geschieht, und zeigt, wie die Weisheit des Körpers hilft, es zu überwinden und zu transformieren." Dr. Onno van der Hart, Prof. für Psychopathologie und Trauma, Universität Utrecht "Mit diesem Buch sichert sich Peter Levine seine Spitzenposition auf dem Gebiet der Traumaheilung." Dr. med. Gabor Maté Unsere Fähigkeit zur Selbstheilung Das wichtigste Werk des grossen Traumaforschers.

     

     

    trauma und gedaechtnis

    Trauma und Gedächtnis: Die Spuren unserer Erinnerung in Körper und Gehirn

    Wie wir traumatische Erfahrungen verstehen und verarbeiten

    von Dr. Peter A. Levine

    Buch / ISBN: 978-3466346196

    Können wir unserer Erinnerung trauen? Was ist Erinnerung überhaupt, und wo wird sie gespeichert?
    Diesen Fragen geht der Bestsellerautor und Trauma-Experte Peter Levine in seinem neuen Buch auf den Grund.
    Nach 45 Jahren erfolgreicher Trauma-Forschung und -behandlung kommt er zu dem Schluss: Die einzig verlässlichen Erinnerungen sind die Erinnerungen des Körpers, die dem Bewusstsein nicht unbedingt zugänglich sind. Was wir als Erinnerung oder Gedächtnis bezeichnen, erreicht uns oft unbewusst durch ein Gefühl.

    Wir können lernen, die komplexe Interaktion zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Gehirn und Körper besser zu verstehen und so die Einstellung zu einem erlebten Trauma ändern.

    Dieses wegweisende Buch zeigt, wie Erinnerung entsteht, wo sie sich verbirgt und wie wir ihr auf die Spur kommen können.

     

     

    Traumaheilung durch Radikale Erlaubnis

    Traumaheilung durch Radikale Erlaubnis

    Mein Leben mit Trauma und meine Therapie der Radikalen Erlaubnis

    von Mike Hellwig

    Buch / ISBN: 978-1534765832

    "Ob wir aus den widrigsten Verhältnissen stammen, ob wir geschlagen, sexuell und seelisch missbraucht wurden oder ob wir subtiler gedemütigt worden sind, wir alle haben diesen Gastgeber in uns und können können ihn jederzeit erwecken und durch ihn heil sein. Wenn wir zum Gastgeber finden, war, ist und wird alles in uns gut. In der Gegenwart des Gastgebers gibt es keine Schuld, kein Vergehen, keine Fehler. Angesichts der radikalen Erlaubnis, die der Gastgeber gewährt, brechen alle Widerstände und fallen in sich zusammen. Das Leben fließt frei und ungehindert durch uns durch, und alles, was uns je passiert ist und was wir je taten, tun und tun werden, konnte und kann nicht anders sein, als es ist. Wenn die Erlaubnis unseres Gastgebers den Schmerz jenes kleinen Kindes in uns erreicht, das unsere schlimmste Wunde trägt, so wandelt sie auch diesen Schmerz. In dem Moment, in dem dieser Schmerz vollständig gefühlt werden kann und ganz da sein darf, verwandelt sich unser schlimmster Feind in unseren stärksten und mächtigsten Führer."


    "Nicht durch Zufall schreibe ich Bücher über das innere Kind. Nicht, weil ich in einem wunderschönen Schloss groß geworden bin, mit liebevollen Eltern, die mir alles gaben, was ich brauchte. Ich schreibe diese Bücher, weil meine eigene Kindheit extrem traumatisch gewesen ist. Wenn ich in meine eigene Kindheit zurückgehe, wartet dort ein Junge auf mich, der in einem lebensfeindlichen Umfeld aufgewachsen ist. Die Unschuld und Zartheit dieses Jungen zu retten, ist zu meiner Lebensaufgabe geworden."

     

     

    Die Polyvagal Theorie

    Die Polyvagal-Theorie und die Suche nach Sicherheit

    Traumabehandlung, soziales Engagement und Bindung

    von Stephen W. Porges

    Buch / ISBN: 978-3944476193

    "Oft ist uns gar nicht klar, wie viele der Signale, die unser Nervensystem empfängt, es zu Defensivreaktionen veranlassen. Wenn bei der Organisation der Umgebung von Menschen neurobiologische Fakten berücksichtigt würden, könnten wir leben, arbeiten und spielen, ohne ständig der Wirkung solcher Signale ausgesetzt zu sein. Gelingt es, diese Art von Stimulation zu verringern, reagiert unser Nervensystem nicht mehr ständig hypervigilant auf mutmaßlich in nächster Nähe drohende Raubtiere und Gefahren anderer Art.... Ich hoffe, es ist mir gelungen, in diesem Buch die besondere Bedeutung des Gefühls der Sicherheit für den Heilungsprozeß zu veranschaulichen. Aus Sicht der Polyvagal-Theorie ist ein Mangel an diesem Gefühl der Sicherheit der entscheidende biobehaviorale Aspekt bei der Entstehung psychischer und physischer Krankheiten." – Stephen PORGES

     

     

    Weitere Bücher von Peter A. Levine:

    verwundete-kinderseelen-heilenkinder-vor-seelischen-verletzungen-schuetzenvom-schmerz-befreitvom-trauma-befreien

     

  • Merkblatt

    Emotionale Erste Hilfe für traumatisierte Menschen

    Was nach einem starken individuellen oder kollektiven Schock zu tun – und was zu unterlassen ist:

    • Zunächst sollen Betroffene versuchen, mit ihren Familien und Freunden zusammenzukommen, um sich gegenseitig zu unterstützen.
    • Organisieren und treffen Sie sich in Gruppen: In der Nachbarschaft, in Gemeinschaftszentren, in kirchlichen Räumen oder an anderen Orten, wo Sie mit dem Erlebten nicht alleine sind.
    • Isolieren Sie sich nicht.
    • Versuchen Sie, so schnell wie möglich, Informationen über die Ihnen nahestehenden Menschen zu bekommen. Verfolgen Sie für kurze Zeit die Nachrichten am Fernsehen – aber schalten Sie den Apparat auch wieder für eine gewisse Zeit ab. Beschränken Sie sich darauf, den Fernseher höchstens alle zwei Stunden einzuschalten. Setzen Sie sich nicht wiederholt den traumatisierenden Bildern aus. Es ist äusserst wichtig, sich schnell wieder auf wohltuende und inspirierende Dinge zu konzentrieren, die unsere Gemütslage zu besänftigen helfen, uns stärken und erden. Suchen Sie den Kontakt zu möglichen Unterstützungs- und Beratungsstellen und verbinden Sie sich so mit wertvollen Ressourcen. Unternehmen Sie etwas, das Ihnen hilft, die Aufmerksamkeit auf anderes zu richten – zum Beispiel: Einen Spielfilm anschauen, stricken, kochen, Gartenarbeit verrichten, mit Kindern oder Kleintieren spielen, in die Natur spazieren gehen usw.
    • Bleiben Sie aktiv, verrichten Sie z.B. freiwillige Arbeit im Spital oder anderen Institutionen, spenden Sie Blut. Wenn Sie dazu bereit und in der Lage sind, spenden Sie Geld. Oder bieten Sie den Spezialisten eigens eingerichteter Anrufstellen für verzweifelte Menschen Unterstützung an.
    • Ermutigen Sie die Menschen, ihre Geschichten nicht ständig wieder zu erzählen – und halten Sie sich auch selber daran. Das stete Wiederholen und Erzählen des Erlebten vertieft und verstärkt das Trauma und baut es nicht ab, wie oft fälschlicherweise geglaubt wird. Das heisst nicht, dass Sie sich nicht gegenseitig unterstützen sollen, über die erlebte persönliche Tragödie und die ganze Katastrophe zu sprechen und zuzuhören – aber schalten Sie dabei von Anfang bis zum Schluss unbedingt Pausen ein. Versuchen Sie während diesen Phasen der Stille Ihren Gefühlen und Empfindungen nachzuspüren. Geben Sie Ihren Emotionen die Möglichkeit, sich auf rationaler Ebene (d.h. in klaren Gedanken) und in einer gewählten nützlichen Handlung auszudrücken. Das wird Ihnen helfen, Ihre Gefühle zu verarbeiten, ohne dass diese Sie überwältigen. Auf diese Weise werden Sie nicht in ein zwanghaftes Denkverhalten hineinmanövriert.

    Eye of the Storm

     

    Psychologische Reaktion

    Menschen können auf vielfältige Art und Weise auf Tragödien reagieren:

    • Einige werden sich für eine gewisse Zeit in einem Schockzustand befinden, dissoziiert und wie betäubt. Sie werden sich möglicherweise benommen, leer und dumpf fühlen – wie abgeschnitten vom vorhandenen Schrecken und Schmerz.
    • Kinder können extrem anhänglich werden und Albträume haben. Andere können auch aggressive Verhaltensweisen zeigen. Das ist normal. Das kann ein paar Tage oder auch länger dauern, aber es wird vorübergehen. Sie müssen sich ernst genommen und beschützt fühlen.
    • Andere Menschen wiederum werden möglicherweise Angst haben und in tiefer Sorge sein, sich verwirrt fühlen, Wut spüren und Hilflosigkeit erleben. Diese Gefühle sind auch normal und werden vorübergehen.
    • Wieder andere werden vielleicht auch besorgt sein, überaus wachsam („auf der Hut sein“) und sehr schnell reizbar. Sie müssen so bald wie möglich wieder etwas unternehmen und dabei wenn irgend möglich versuchen, sich kreativ auszudrücken – damit sie wieder ruhiger werden können. Auch der Kontakt zu Familienmitgliedern und Freunden kann ihnen helfen, sich zu beruhigen.

     

    Physiologische Reaktion

    Dass der Körper eine Reaktion auf den Stress zeigt, ist ganz natürlich. Lassen Sie sich davon also nicht beunruhigen. Es ist wichtig, Zeichen von „Aktivierung“ anzunehmen und sich vor verschiedenen Formen von Erregung nicht zu ängstigen 

    zum Beispiel:

    • Das Herz schlägt schneller.
    • Das Atmen macht Mühe.
    • Der Blutdruck steigt an.
    • Die Bauchgegend ist angespannt, im Hals bildet sich ein "Knoten".
    • Die Haut ist kalt, die Gedanken rasen.

    Diese Reaktionen werden alle verschwinden, wenn wir sie nicht bekämpfen.

    • Einige Leute werden Schlafstörungen haben, zu viel essen wollen (Salziges und Süsses) oder ein anderes Suchtverhalten annehmen – zum Beispiel Alkohol oder andere Drogen konsumieren. Solchen Erscheinungen begegnet man am besten mit dem Versuch, sich solche und andere Impulse bewusst zu machen – und dabei zu akzeptieren, dass eine tiefe Verletzung und Verunsicherung da ist und dass alles vorübergehen wird.
    • Alte, nicht aufgelöste Traumata können wieder aktiviert werden. Das gewohnte Gefühl von Vertrauen und Sicherheit gerät dann ins Wanken. Oft müssen betroffene Personen an ihren Namen, ihr gegenwärtiges Alter, an das aktuelle Datum und den Ort erinnert werden.
    • Die Symptome können sehr unterschiedlich sein – manchmal sind sie stabil, manchmal verschwinden sie und tauchen wieder auf. Sie können einen Menschen auch mit geballter Wucht überfallen.

     

    Hilfreiche Reaktionen

    Wir können unser Nervensystem beruhigen und ins Gleichgewicht bringen, indem wir als erstes verstehen, wie es reagiert, wenn es übermässig belastet (stimuliert) wird. Beispiele für Überstimulation sind:

    • Zittern, Schüttelfrost oder schwitzen
    • Hitzewellen im Körper
    • Übermässiges Gurgeln und Rumpeln im Bauch
    • Der Zwang, immer wieder tief Atem holen zu müssen
    • Weinen oder lachen.

    All diese Körperreaktionen sind gut und richtig. Sie bedeuten, dass Energie entladen wird und sich der betreffende Mensch wieder auf eine innere Balance zu bewegt.
    Wichtig ist dabei nur, aufmerksam und wertfrei zu beobachten, was im Körper geschieht – und zu wissen, dass der Körper die ihm innewohnende Fähigkeit besitzt, seine Balance selbständig wieder zu erlangen.
    Dafür müssen wir ihn wahrnehmen lassen, was er spürt – und ihm die Zeit geben, das zu tun, was er braucht.

    Was getan werden sollte

    Es ist sehr wichtig, „geerdet“ zu sein! Wer sich desorientiert und verwirrt fühlt, die Fassung verliert und an allem zu Zweifeln beginnt, kann folgendes tun:

    • Setzen Sie sich auf einen Stuhl; fühlen Sie den Kontakt der Füsse mit dem Boden, drücken Sie mit den Händen auf die Oberschenkel, spüren Sie das Gesäss auf dem Stuhl und nehmen Sie auch den Rücken wahr, der von der Stuhllehne gestützt wird. Schauen Sie sich dann im Raum um und wählen Sie sechs Gegenstände aus, die Ihnen auffallen – die zum Beispiel alle rot oder blau sind. Das sollte Ihnen ermöglichen, ganz in der Gegenwart zu sein, besser „geerdet“ – und auch mehr im Körper. Achten Sie dabei, wie der Atem tiefer und ruhiger wird. Vielleicht spüren Sie in dieser Situation den Drang, nach draussen zu gehen und einen ruhigen Ort aufzusuchen, wo Sie sich ins Gras oder unter einen kraftvollen Baum setzen können. Nehmen Sie dort ganz bewusst wahr, wie Ihr Gesäss den Kontakt mit der Erde spürt – wie Sie gehalten und gestützt werden durch den Boden unter Ihnen.
    • Die folgende Übung ermöglicht es Ihnen, den eigenen Körper als „Behälter“ wahrzunehmen, als ein Gefäss, das all Ihre Gefühle in sich trägt und zusammenhält. Klopfen Sie mit den Fingern Ihren Körper ab. Achten Sie darauf, dass die Handgelenke locker sind und die Eigenberührung bewusst und liebevoll ist. Vermutlich wird sich der Körper danach belebter, wacher, präsenter und vielleicht auch „kribbelnd“ anfühlen. Oft ist in einem solchen Zustand die Verbindung zu den eigenen Gefühlen klarer.
    • Eine andere Übung besteht darin, die Muskeln anzuspannen – und zwar jede Muskelgruppe nacheinander: Kreuzen Sie die Arme über der Brust und halten Sie die beiden Schultern fest. Erhöhen Sie langsam den Druck und beginnen Sie dann, erst mit der einen und dann mit der anderen Hand, die Oberarme abzuklopfen. Machen Sie dasselbe mit den Beinen: Spannen Sie erst die Oberschenkel an und halten Sie sie von oben fest. Erhöhen Sie jetzt den Druck und beginnen Sie dann mit dem Abklopfen. Machen Sie das Gleiche auch mit den Waden. Spannen Sie danach erst den Rücken und dann die Brustpartie an. Lassen Sie die Spannung langsam wieder los. Das kann Ihnen oder Ihrem Partner helfen, das Gleichgewicht wieder zu finden.
    • Sportliche Betätigung, Aerobics und Muskeltraining (auch Gewichtheben) können helfen, Depressionen zu vermeiden. Sie sind ein gutes Ventil, um Aggressionen loszuwerden. Wenn Sie an die Kraft des Betens glauben oder an eine höhere, grössere Instanz – beten Sie für die Ruhe der verstorbenen Seelen, für die Heilung der Verwundeten, für den Trost der Trauernden. Beten Sie für den Frieden, für Verständigung und Weisheit, für die Kraft des Guten – dass diese trotz allem überwiegen möge.
      Geben Sie die Hoffnung und den Glauben an das tief im Menschen vorhandene Gute (Göttliche und Lebendige) niemals auf. Lassen Sie sich das Vertrauen in die Menschheit nicht nehmen

    Lighting

    Und zum Schluss noch dies: Vergessen Sie nicht, dass wir Menschen ausserordentliche Widerstandskräfte haben und uns immer wieder von den widerwärtigsten und entsetzlichsten Tragödien erholen konnten. Ausserdem haben wir die Fähigkeit, uns durch unsere Traumata zu transformieren, wenn wir sie heilen und uns neuen Möglichkeiten zu öffnen.

     

    Quelle: The Foundation for Human Enrichment – A non-profit educational Institute

    http://www.traumahealing.com/somatic-experiencing-trainings/guide-to-help-cope-after-tragedy-accidents-death.html

     

    (Übersetzung ins Deutsche: Antonia Remund und Urs Honauer, im Auftrag des Zentrums für Innere Oekologie und des Polarity Therapie Zentrums Schweiz, Konradstrasse 14, 8005 Zürich, http://www.polarity.ch/)

     

    Download PDF-Dokumente zum Ausdrucken:

    Merkblatt Emotionale Erste Hilfe für traumatisierte Menschen

    Why We Need Emotional First Aid

    Weiterführende Literatur:

     

  • Schleudertrauma

    In meiner nun bald 20-jährigen Praxiserfahrung habe ich schon einige KlientInnen mit leichten bis schweren Schleudertraumatas erfolgreich behandelt.


    Gerade die körperzentrierten Therapieansätze eignen sich hervorragend zur begleitenden Behandlung.

    Also – warten sie nach einem Unfall nicht zu lange, sie müssen nicht mit ihren Beschwerden leben!

     

     

    schleudertrauma-grafikDas Schleudertrauma und seine Bezeichnungen

    Bei einem Schleudertrauma handelt es sich um Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS).

    Dieser Verletzungskomplex wird als "HWS-Distorsion" beschrieben. (Distorsion = Verstauchung, lat. Verdrehung).

    Bezeichnungen wie Schleudertrauma, Schleuderverletzung, Peitschenhiebverletzung (englisch Whiplash injury), Beschleunigungsverletzung stellen lediglich einen Erklärungsversuch der Verletzungsursache dar, während z.B. "Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) nach Beschleunigungstrauma" als Diagnose bezeichnet wird.

     

    Zahlen und Fakten

    Das Schleudertrauma ist keine neue Volkskrankheit, wie dies gelegentlich behauptet wird. Das Verletzungsbild tritt in einer zunehmend (auto-)mobileren Gesellschaft und damit verbundenen Verkehrsunfällen aber wohl häufiger auf. Der Verletzungsmechanismus kommt beispielsweise bei einem Auffahrunfall im Strassenverkehr vor, aber auch bei Sport- und Arbeitsunfällen, und ist durch Studien gut belegt.

    Bei einem Auffahrunfall wird der Körper des Insassen mit dem Fahrzeug beschleunigt; der Kopf des Insassen macht diese Beschleunigung trägheitsbedingt nicht sofort mit. Dies führt zu knickenden und schärenden Belastungen der Halswirbelsäule und damit zu deren Schädigung. Das Resultat sind kleinste Verletzungen, wie etwa Mikrofrakturen der Wirbelkörper, Blutungen, Zerrungen und Einrisse von Bändern und Muskeln. Weiter wurden in Studien Verletzungen an den Facettengelenken, am Rückenmark und an den Halswirbeln nachgewiesen.
    Diese Verletzungen können zu Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-, Gedächtnis- und Sehstörungen und psychischen Leiden, wie Depressionen, führen. Ein Teil dieser Beschwerden sind durch wissenschaftliche Verfahren mess- bzw. objektivierbar, so beispielsweise Beweglichkeitseinschränkungen oder Instabilität der HWS, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindel sowie Mikroverletzungen der Gelenkbänder der HWS.

    Eine Studie der Schweizerischen Unfallversicherungen (SSUV) hat für das Jahr 2004 rund 25'000 Schleudertraumafälle erhoben. Diese Studie erfasste jedoch lediglich berufstätige Menschen. Nichterwerbstätige Personen, also Kinder, Studenten, Hausfrauen, Rentner etc. sind nicht berücksichtigt.

     

    Das Schleudertrauma aus medizinischer Sicht

    Die Halswirbelsäule ist eine mehrsegmentale, äusserst komplex gebaute biomechanische und neuromuskuläre „Konstruktion“. Biomechanisch muss sie kompromissartig zwei sich ausschliessende Optionen erfüllen: erstens den Kopf tragen und zweitens die Bewegungen des Kopfes zulassen.

    Die Strukturen der Halswirbelsäule sind mit einer Vielzahl von Rezeptoren versehen. Diese dienen im Falle eines Reizes als Ursprung wesentlicher Steuerungsimpulse für die Motorik, die Schmerzverarbeitung sowie für weitere Wahrnehmungsmodalitäten und Hirnfunktionen. (Quelle: Baviera)

    Bei einem Heckaufprall aufs Auto wird der Körper des Insassen zusammen mit dem Fahrzeug beschleunigt. Durch den heftigen Aufprall von hinten wird der Rumpf des Betroffenen blitzartig nach vorne bewegt, während der langsamer reagierende Kopf gleichzeitig heftig nach hinten schleudert. Dadurch wird die Halswirbelsäule überdehnt, was vor allem zu Verletzungen im oberen Wirbelsäulenbereich führen kann. Verletzungen können an sämtlichen Wirbelsäulenbestandteilen entstehen; also an Knochen, Bändern, Bandscheiben, Sehnen, Muskeln, Blutgefässen und am Nervengewebe. 

    Beschwerden müssen nicht unmittelbar nach dem Unfall auftreten, sondern können sich auch erst nach Stunden oder nach Tagen bemerkbar machen. Die Symptome einer solchen Verletzung der Halswirbelsäule können u.a. Kopf- und Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule, Übelkeit, Sehstörungen und Schwindelgefühle aber auch Konzentrationsstörungen und Lähmungserscheinungen sein. 

    Bereits geringe Auffahrgeschwindigkeiten können zu Verletzungen führen, da die Kollision für die Betroffenen meist unerwartet erfolgt. Bei zur Seite gedrehtem Kopf während dem Aufprall können die Unfallfolgen noch gravierender sein.

    Der beschriebene Verletzungsmechanismus kann auch bei Sport- und Arbeitsunfällen auftreten.

     

    Das Schleudertrauma aus der Sicht des Nervensystems

    Neben den physischen Verletzungen kommt es bei einem Schleudertrauma zu einem Schock im vegetativen Nervensystem. Bewusst oder unbewusst ist der Betroffene während des Unfall-Ereignisses in Lebensgefahr, der Nacken könnte brechen...!
    Diese Todesangst ruft im Nervensystem den natürlichen Abwehrmechanismus von Schock und Freece hervor.
    Das heisst, die gesamte Energie, die von Aussen einwirkt und innerlich auch als Kampf- oder Fluchtenergie mobilisiert wird, wird augenblicklich eingefroren. Vergleichbar mit dem Todstellreflex der Tiere.
    Solange nun diese aufgestaute Energie sich nicht wieder auflösen und integrieren kann, bildet sie alle möglichen Symptome eines Traumas.
    Diese können sich wie folgt äussern:

    • Verkrampfungen mit starken Schmerzen in Nacken, Kopf und Schultern oder auch weiter entfernten Körperteilen
    • Übersensibilität gegenüber äusseren Reizen
    • Konzentrationsschwäche
    • übertriebene Ängstlichkeit
    • Verminderung der Vitalität
    • Depressionen
    • Schlafstörungen
    Folglich wird eine Therapie dann erfolgreich sein, wenn sie diese gestaute Traumaenergie wieder zu lösen vermag, und somit die damit einhergehenden Beschwerden vermindert und auflöst.
    Dies kann in manchen Fällen, solange sie nicht chronifiziert sind, mit wenigen sanften und achtsamen Behandlungen geschehen.

     

    Äusserst wichtig zu wissen!

    Nicht alle Geschädigten bleiben dauerhaft arbeitsunfähig. Das Leiden chronifiziert bei lediglich ca. 10% aller Fälle. Die grosse Mehrheit der Betroffenen überwindet die akute Schädigung ohne bleibende Folgen.

    Lassen Sie sich die Therapie von Ihrem Arzt verschreiben und/oder holen Sie bei Ihrer Unfall-, Kranken- oder Haftpflichtversicherung eine Kostengutsprache ein.
    Nur so können Sie sicher sein, dass die Therapie auch bezahlt wird.
     
    Weiterführende Links:
     
    Artikel aus dem Trauma Newsletter von 2002 - Zentrum für innere Ökologie, Zürich