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Buchempfehlungen

Trauma Heilungtrauma-heilung-levine

Das Erwachen des Tigers. Unsere Fähigkeit, traumatische Erfahrungen zu transformieren Taschenbuch

von Dr. Peter A. Levine

Buch / ISBN: 978-3-922026-91-4

Im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Sicht können Traumata geheilt werden. In vielen Fällen sind dazu nicht einmal langwierige Therapien, kein schmerzhaftes Reaktivieren von Erinnerungen und keine Dauermedikation erforderlich. Alte Traumasymptome sind Beispiele für gebundene Energie und vergessene Lektionen des Lebens. Mit der Information und den Hilfsmitteln, die Ihnen dieses Buch an die Hand gibt, können Sie vermeiden, daß potentiell traumatische Erfahrungen ihre destruktive Wirkung entfalten, und besser mit bedrohlichen Situationen umgehen. Über den Autor: Peter A. Levine, Ph.D., Biologe, Physiker und Psychologe, widmet sich seit 35 Jahren dem Studium von Stress und Trauma und ist einer der anerkanntesten Trauma-Spezialisten weltweit. Nach seinem Bestseller Das Erwachen des Tigers (Synthesis Verlag) und seinem Grundlagenwerk über Traumaheilung bei Kindern und Jugendlichen (Kösel 2005, über 5000 verkaufte Exemplare) erscheint nun endlich sein drittes Buch auf Deutsch. Seine Methode Somatic Experiencing unterrichtet er in vielen Ländern. Zusätzlich zu seiner fachlichen Tätigkeit stellt er sich für die Basisarbeit in Gemeinschaften und Gesellschaften, die durch Krieg oder Naturkatastrophen traumatisiert worden sind, beratend und leitend zur Verfügung.

 

 

sprache-ohne-worte

Sprache ohne Worte - Die Botschaften unseres Körpers verstehen

Das Grundlagenbuch zu Trauma, Selbstregulation und dem Finden von innerer Balance

von Dr. Peter A. Levine

Buch / ISBN: 978-3-466-30918-4

Dr. Peter A. Levine, soeben für sein Lebenswerk ausgezeichnet vom amerikanischen Verband der Körpertherapeuten, ist einer der bedeutendsten Traumaforscher unserer Zeit. Seine Bücher sind internationale Bestseller. "Sprache ohne Worte" stellt den Gipfelpunkt seines Schaffens dar. "Traumatisiert zu sein bedeutet, verdammt zu sein zu einer geistigen Endlosschleife unerträglicher Erfahrungen. In diesem fesselnden Buch erklärt Peter Levine, was bei einem Trauma in unserem Körper und unserer Psyche geschieht, und zeigt, wie die Weisheit des Körpers hilft, es zu überwinden und zu transformieren." Dr. Onno van der Hart, Prof. für Psychopathologie und Trauma, Universität Utrecht "Mit diesem Buch sichert sich Peter Levine seine Spitzenposition auf dem Gebiet der Traumaheilung." Dr. med. Gabor Maté Unsere Fähigkeit zur Selbstheilung Das wichtigste Werk des grossen Traumaforschers.

 

 

trauma und gedaechtnis

Trauma und Gedächtnis: Die Spuren unserer Erinnerung in Körper und Gehirn

Wie wir traumatische Erfahrungen verstehen und verarbeiten

von Dr. Peter A. Levine

Buch / ISBN: 978-3466346196

Können wir unserer Erinnerung trauen? Was ist Erinnerung überhaupt, und wo wird sie gespeichert?
Diesen Fragen geht der Bestsellerautor und Trauma-Experte Peter Levine in seinem neuen Buch auf den Grund.
Nach 45 Jahren erfolgreicher Trauma-Forschung und -behandlung kommt er zu dem Schluss: Die einzig verlässlichen Erinnerungen sind die Erinnerungen des Körpers, die dem Bewusstsein nicht unbedingt zugänglich sind. Was wir als Erinnerung oder Gedächtnis bezeichnen, erreicht uns oft unbewusst durch ein Gefühl.

Wir können lernen, die komplexe Interaktion zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Gehirn und Körper besser zu verstehen und so die Einstellung zu einem erlebten Trauma ändern.

Dieses wegweisende Buch zeigt, wie Erinnerung entsteht, wo sie sich verbirgt und wie wir ihr auf die Spur kommen können.

 

 

Traumaheilung durch Radikale Erlaubnis

Traumaheilung durch Radikale Erlaubnis

Mein Leben mit Trauma und meine Therapie der Radikalen Erlaubnis

von Mike Hellwig

Buch / ISBN: 978-1534765832

"Ob wir aus den widrigsten Verhältnissen stammen, ob wir geschlagen, sexuell und seelisch missbraucht wurden oder ob wir subtiler gedemütigt worden sind, wir alle haben diesen Gastgeber in uns und können können ihn jederzeit erwecken und durch ihn heil sein. Wenn wir zum Gastgeber finden, war, ist und wird alles in uns gut. In der Gegenwart des Gastgebers gibt es keine Schuld, kein Vergehen, keine Fehler. Angesichts der radikalen Erlaubnis, die der Gastgeber gewährt, brechen alle Widerstände und fallen in sich zusammen. Das Leben fließt frei und ungehindert durch uns durch, und alles, was uns je passiert ist und was wir je taten, tun und tun werden, konnte und kann nicht anders sein, als es ist. Wenn die Erlaubnis unseres Gastgebers den Schmerz jenes kleinen Kindes in uns erreicht, das unsere schlimmste Wunde trägt, so wandelt sie auch diesen Schmerz. In dem Moment, in dem dieser Schmerz vollständig gefühlt werden kann und ganz da sein darf, verwandelt sich unser schlimmster Feind in unseren stärksten und mächtigsten Führer."


"Nicht durch Zufall schreibe ich Bücher über das innere Kind. Nicht, weil ich in einem wunderschönen Schloss groß geworden bin, mit liebevollen Eltern, die mir alles gaben, was ich brauchte. Ich schreibe diese Bücher, weil meine eigene Kindheit extrem traumatisch gewesen ist. Wenn ich in meine eigene Kindheit zurückgehe, wartet dort ein Junge auf mich, der in einem lebensfeindlichen Umfeld aufgewachsen ist. Die Unschuld und Zartheit dieses Jungen zu retten, ist zu meiner Lebensaufgabe geworden."

 

 

Die Polyvagal Theorie

Die Polyvagal-Theorie und die Suche nach Sicherheit

Traumabehandlung, soziales Engagement und Bindung

von Stephen W. Porges

Buch / ISBN: 978-3944476193

"Oft ist uns gar nicht klar, wie viele der Signale, die unser Nervensystem empfängt, es zu Defensivreaktionen veranlassen. Wenn bei der Organisation der Umgebung von Menschen neurobiologische Fakten berücksichtigt würden, könnten wir leben, arbeiten und spielen, ohne ständig der Wirkung solcher Signale ausgesetzt zu sein. Gelingt es, diese Art von Stimulation zu verringern, reagiert unser Nervensystem nicht mehr ständig hypervigilant auf mutmaßlich in nächster Nähe drohende Raubtiere und Gefahren anderer Art. ... Ich hoffe, es ist mir gelungen, in diesem Buch die besondere Bedeutung des Gefühls der Sicherheit für den Heilungsprozeß zu veranschaulichen. Aus Sicht der Polyvagal-Theorie ist ein Mangel an diesem Gefühl der Sicherheit der entscheidende biobehaviorale Aspekt bei der Entstehung psychischer und physischer Krankheiten." – Stephen PORGES

 

 

Weitere Bücher von Peter A. Levine:

verwundete-kinderseelen-heilenkinder-vor-seelischen-verletzungen-schuetzenvom-schmerz-befreitvom-trauma-befreien

 

Merkblatt

Emotionale Erste Hilfe für traumatisierte Menschen

Was nach einem starken individuellen oder kollektiven Schock zu tun – und was zu unterlassen ist:

  • Zunächst sollen Betroffene versuchen, mit ihren Familien und Freunden zusammenzukommen, um sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Organisieren und treffen Sie sich in Gruppen: In der Nachbarschaft, in Gemeinschaftszentren, in kirchlichen Räumen oder an anderen Orten, wo Sie mit dem Erlebten nicht alleine sind.
  • Isolieren Sie sich nicht.
  • Versuchen Sie, so schnell wie möglich, Informationen über die Ihnen nahestehenden Menschen zu bekommen. Verfolgen Sie für kurze Zeit die Nachrichten am Fernsehen – aber schalten Sie den Apparat auch wieder für eine gewisse Zeit ab. Beschränken Sie sich darauf, den Fernseher höchstens alle zwei Stunden einzuschalten. Setzen Sie sich nicht wiederholt den traumatisierenden Bildern aus. Es ist äusserst wichtig, sich schnell wieder auf wohltuende und inspirierende Dinge zu konzentrieren, die unsere Gemütslage zu besänftigen helfen, uns stärken und erden. Suchen Sie den Kontakt zu möglichen Unterstützungs- und Beratungsstellen und verbinden Sie sich so mit wertvollen Ressourcen. Unternehmen Sie etwas, das Ihnen hilft, die Aufmerksamkeit auf anderes zu richten – zum Beispiel: Einen Spielfilm anschauen, stricken, kochen, Gartenarbeit verrichten, mit Kindern oder Kleintieren spielen, in die Natur spazieren gehen usw.
  • Bleiben Sie aktiv, verrichten Sie z.B. freiwillige Arbeit im Spital oder anderen Institutionen, spenden Sie Blut. Wenn Sie dazu bereit und in der Lage sind, spenden Sie Geld. Oder bieten Sie den Spezialisten eigens eingerichteter Anrufstellen für verzweifelte Menschen Unterstützung an.
  • Ermutigen Sie die Menschen, ihre Geschichten nicht ständig wieder zu erzählen – und halten Sie sich auch selber daran. Das stete Wiederholen und Erzählen des Erlebten vertieft und verstärkt das Trauma und baut es nicht ab, wie oft fälschlicherweise geglaubt wird. Das heisst nicht, dass Sie sich nicht gegenseitig unterstützen sollen, über die erlebte persönliche Tragödie und die ganze Katastrophe zu sprechen und zuzuhören – aber schalten Sie dabei von Anfang bis zum Schluss unbedingt Pausen ein. Versuchen Sie während diesen Phasen der Stille Ihren Gefühlen und Empfindungen nachzuspüren. Geben Sie Ihren Emotionen die Möglichkeit, sich auf rationaler Ebene (d.h. in klaren Gedanken) und in einer gewählten nützlichen Handlung auszudrücken. Das wird Ihnen helfen, Ihre Gefühle zu verarbeiten, ohne dass diese Sie überwältigen. Auf diese Weise werden Sie nicht in ein zwanghaftes Denkverhalten hineinmanövriert.

Eye of the Storm

 

Psychologische Reaktion

Menschen können auf vielfältige Art und Weise auf Tragödien reagieren:

  • Einige werden sich für eine gewisse Zeit in einem Schockzustand befinden, dissoziiert und wie betäubt. Sie werden sich möglicherweise benommen, leer und dumpf fühlen – wie abgeschnitten vom vorhandenen Schrecken und Schmerz.
  • Kinder können extrem anhänglich werden und Albträume haben. Andere können auch aggressive Verhaltensweisen zeigen. Das ist normal. Das kann ein paar Tage oder auch länger dauern, aber es wird vorübergehen. Sie müssen sich ernst genommen und beschützt fühlen.
  • Andere Menschen wiederum werden möglicherweise Angst haben und in tiefer Sorge sein, sich verwirrt fühlen, Wut spüren und Hilflosigkeit erleben. Diese Gefühle sind auch normal und werden vorübergehen.
  • Wieder andere werden vielleicht auch besorgt sein, überaus wachsam („auf der Hut sein“) und sehr schnell reizbar. Sie müssen so bald wie möglich wieder etwas unternehmen und dabei wenn irgend möglich versuchen, sich kreativ auszudrücken – damit sie wieder ruhiger werden können. Auch der Kontakt zu Familienmitgliedern und Freunden kann ihnen helfen, sich zu beruhigen.

 

Physiologische Reaktion

Dass der Körper eine Reaktion auf den Stress zeigt, ist ganz natürlich. Lassen Sie sich davon also nicht beunruhigen. Es ist wichtig, Zeichen von „Aktivierung“ anzunehmen und sich vor verschiedenen Formen von Erregung nicht zu ängstigen 

zum Beispiel:

  • Das Herz schlägt schneller.
  • Das Atmen macht Mühe.
  • Der Blutdruck steigt an.
  • Die Bauchgegend ist angespannt, im Hals bildet sich ein "Knoten".
  • Die Haut ist kalt, die Gedanken rasen.

Diese Reaktionen werden alle verschwinden, wenn wir sie nicht bekämpfen.

  • Einige Leute werden Schlafstörungen haben, zu viel essen wollen (Salziges und Süsses) oder ein anderes Suchtverhalten annehmen – zum Beispiel Alkohol oder andere Drogen konsumieren. Solchen Erscheinungen begegnet man am besten mit dem Versuch, sich solche und andere Impulse bewusst zu machen – und dabei zu akzeptieren, dass eine tiefe Verletzung und Verunsicherung da ist und dass alles vorübergehen wird.
  • Alte, nicht aufgelöste Traumata können wieder aktiviert werden. Das gewohnte Gefühl von Vertrauen und Sicherheit gerät dann ins Wanken. Oft müssen betroffene Personen an ihren Namen, ihr gegenwärtiges Alter, an das aktuelle Datum und den Ort erinnert werden.
  • Die Symptome können sehr unterschiedlich sein – manchmal sind sie stabil, manchmal verschwinden sie und tauchen wieder auf. Sie können einen Menschen auch mit geballter Wucht überfallen.

 

Hilfreiche Reaktionen

Wir können unser Nervensystem beruhigen und ins Gleichgewicht bringen, indem wir als erstes verstehen, wie es reagiert, wenn es übermässig belastet (stimuliert) wird. Beispiele für Überstimulation sind:

  • Zittern, Schüttelfrost oder schwitzen
  • Hitzewellen im Körper
  • Übermässiges Gurgeln und Rumpeln im Bauch
  • Der Zwang, immer wieder tief Atem holen zu müssen
  • Weinen oder lachen.

All diese Körperreaktionen sind gut und richtig. Sie bedeuten, dass Energie entladen wird und sich der betreffende Mensch wieder auf eine innere Balance zu bewegt.
Wichtig ist dabei nur, aufmerksam und wertfrei zu beobachten, was im Körper geschieht – und zu wissen, dass der Körper die ihm innewohnende Fähigkeit besitzt, seine Balance selbständig wieder zu erlangen.
Dafür müssen wir ihn wahrnehmen lassen, was er spürt – und ihm die Zeit geben, das zu tun, was er braucht.

Was getan werden sollte

Es ist sehr wichtig, „geerdet“ zu sein! Wer sich desorientiert und verwirrt fühlt, die Fassung verliert und an allem zu Zweifeln beginnt, kann folgendes tun:

  • Setzen Sie sich auf einen Stuhl; fühlen Sie den Kontakt der Füsse mit dem Boden, drücken Sie mit den Händen auf die Oberschenkel, spüren Sie das Gesäss auf dem Stuhl und nehmen Sie auch den Rücken wahr, der von der Stuhllehne gestützt wird. Schauen Sie sich dann im Raum um und wählen Sie sechs Gegenstände aus, die Ihnen auffallen – die zum Beispiel alle rot oder blau sind. Das sollte Ihnen ermöglichen, ganz in der Gegenwart zu sein, besser „geerdet“ – und auch mehr im Körper. Achten Sie dabei, wie der Atem tiefer und ruhiger wird. Vielleicht spüren Sie in dieser Situation den Drang, nach draussen zu gehen und einen ruhigen Ort aufzusuchen, wo Sie sich ins Gras oder unter einen kraftvollen Baum setzen können. Nehmen Sie dort ganz bewusst wahr, wie Ihr Gesäss den Kontakt mit der Erde spürt – wie Sie gehalten und gestützt werden durch den Boden unter Ihnen.
  • Die folgende Übung ermöglicht es Ihnen, den eigenen Körper als „Behälter“ wahrzunehmen, als ein Gefäss, das all Ihre Gefühle in sich trägt und zusammenhält. Klopfen Sie mit den Fingern Ihren Körper ab. Achten Sie darauf, dass die Handgelenke locker sind und die Eigenberührung bewusst und liebevoll ist. Vermutlich wird sich der Körper danach belebter, wacher, präsenter und vielleicht auch „kribbelnd“ anfühlen. Oft ist in einem solchen Zustand die Verbindung zu den eigenen Gefühlen klarer.
  • Eine andere Übung besteht darin, die Muskeln anzuspannen – und zwar jede Muskelgruppe nacheinander: Kreuzen Sie die Arme über der Brust und halten Sie die beiden Schultern fest. Erhöhen Sie langsam den Druck und beginnen Sie dann, erst mit der einen und dann mit der anderen Hand, die Oberarme abzuklopfen. Machen Sie dasselbe mit den Beinen: Spannen Sie erst die Oberschenkel an und halten Sie sie von oben fest. Erhöhen Sie jetzt den Druck und beginnen Sie dann mit dem Abklopfen. Machen Sie das Gleiche auch mit den Waden. Spannen Sie danach erst den Rücken und dann die Brustpartie an. Lassen Sie die Spannung langsam wieder los. Das kann Ihnen oder Ihrem Partner helfen, das Gleichgewicht wieder zu finden.
  • Sportliche Betätigung, Aerobics und Muskeltraining (auch Gewichtheben) können helfen, Depressionen zu vermeiden. Sie sind ein gutes Ventil, um Aggressionen loszuwerden. Wenn Sie an die Kraft des Betens glauben oder an eine höhere, grössere Instanz – beten Sie für die Ruhe der verstorbenen Seelen, für die Heilung der Verwundeten, für den Trost der Trauernden. Beten Sie für den Frieden, für Verständigung und Weisheit, für die Kraft des Guten – dass diese trotz allem überwiegen möge.
    Geben Sie die Hoffnung und den Glauben an das tief im Menschen vorhandene Gute (Göttliche und Lebendige) niemals auf. Lassen Sie sich das Vertrauen in die Menschheit nicht nehmen

Lighting

Und zum Schluss noch dies: Vergessen Sie nicht, dass wir Menschen ausserordentliche Widerstandskräfte haben und uns immer wieder von den widerwärtigsten und entsetzlichsten Tragödien erholen konnten. Ausserdem haben wir die Fähigkeit, uns durch unsere Traumata zu transformieren, wenn wir sie heilen und uns neuen Möglichkeiten zu öffnen.

 

Quelle: The Foundation for Human Enrichment – A non-profit educational Institute

http://www.traumahealing.com/somatic-experiencing-trainings/guide-to-help-cope-after-tragedy-accidents-death.html

 

(Übersetzung ins Deutsche: Antonia Remund und Urs Honauer, im Auftrag des Zentrums für Innere Oekologie und des Polarity Therapie Zentrums Schweiz, Konradstrasse 14, 8005 Zürich, http://www.polarity.ch/)

 

Download PDF-Dokumente zum Ausdrucken:

Merkblatt Emotionale Erste Hilfe für traumatisierte Menschen

Why We Need Emotional First Aid

Weiterführende Literatur:

 

Der Körper heilt sich selbst!

Artikel aus Mystica.tv vom 20. April 2013

BodyTextWenn sich der Körper selbst heilt – wozu brauchen wir dann die Medizin? Das fragt der Autor und Dozent Bruno Martin, der auch der Verfasser unseres großen Online-Lexikons ist.

Von Bruno Martin

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Die Überschrift mag für viele kranke Menschen und Mediziner eine Provokation sein, doch immer öfter stellt sich heraus, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers unterschätzt werden. Wer einmal anfängt, zu recherchieren, wird zahlreiche Beispiele dafür finden.

So sagen kritische Orthopäden, dass 80 Prozent aller Wirbelsäulenoperationen unnötig sind, weil sich bei einem Bandscheibenvorfall die Wirbel bei entsprechender äußerer Behandlung oder Bewegungsübungen von selbst wieder in ihre ursprüngliche Position bewegen. Bei der Volkskrankheit Herzinfarkt wird behauptet, dass dieser durch verschlossene Arterien hervorgerufen werde. Die tatsächliche Ursache ist jedoch die Blockade des Nervensystems Parasympathikus durch Stress und andere Faktoren. Die Verminderung der Gefahr eines Herzinfarkts muss dabei nicht durch eine Operation geschehen, sondern, einfach gesagt, durch Entspannungsübungen, so dass der Parasympathikus wieder normal seine Aufgabe erfüllen kann.

Beide Beispiele zeigen, dass die körpereigene Intelligenz durchaus in der Lage ist, Probleme zu regulieren oder Gefahren in Schach zu halten. Selbstverständlich muss man Heilungsprozesse unterstützen, so dass sich der Organismus wieder regulieren kann. Jedoch sind die Selbstheilungskräfte des Körpers ausreichend intelligent, um Fehler zu korrigieren.

Wieso gebrauche ich den Intelligenzbegriff für ein natürliches Geschehen? Ist »intelligent« nicht eine Bezeichnung, die wir für uns Menschen reserviert haben und nur selten auf Tiere und Pflanzen anwenden, die sich ebenfalls intelligent verhalten? Üblicherweise wird Intelligenz als identisch mit dem Verstand betrachtet. Meiner Meinung nach lässt sich der Intelligenzbegriff durchaus auch auf das feine Zusammenspiel in unserem Körper anwenden. Medizinern, die nur die Funktionsweise des Körpers und seiner Organe im Blick haben, fällt es freilich schwer, mit »körpereigener Intelligenz« umzugehen.

Wenn der wissenschaftliche Standard besagt, dass bei einem Problem bestimmte Maßnahmen zu ergreifen sind, dann müssen sie diese anwenden, um nicht wegen »Kunstfehlern« belangt zu werden. Die Nothilfemaßnahmen bei einem Herzinfarkt sind im akuten Stadium auch durchaus sinnvoll. Doch ist der Patient dann über den Berg, sollte dafür gesorgt werden, dass der Parasympathikus wieder seine wichtige Funktion übernimmt. Gesundheit und Krankheit sind immer im Fluss, gerade weil in einem lebendigen Körper nicht für jede Anforderung ein geeignetes Programm aufgerufen werden kann. Die 50 Billionen Körperzellen mit ihren unterschiedlichen Aufgaben sind dafür viel zu komplex.

Jede wird von unübersehbar vielen Impulsen beeinflusst und reagiert darauf auf ihre Weise. Auf kleinstem Maßstab laufen auf Zellebene im Millisekundentakt unzählige Prozesse gleichzeitig ab, die immer den Notwendigkeiten des Gesamtorganismus angepasst werden müssen. Da sind »Entscheidungen« zu fällen – man kann sich vorstellen, welche Risiken einer »Fehlentscheidung« dabei dauernd mitspielen. Umso erstaunlicher ist, dass all diese körperlichen Prozesse meist höchst erfolgreich ineinandergreifen.

Die Zelle ist ein logistisches Wunderwerk

In jedem Körper, bei Tier und Mensch, laufen ständig fein abgestimmte Prozesse ab, die so organisiert sind, dass die schnellsten Computer sie wohl nie simulieren können. Biochemische Botenstoffe sammeln ständig Informationen über den Gesamtzustand des Organismus und sorgen dafür, dass der gesamte Zellverband seine Funktionsfähigkeit immer wieder neu reguliert. Diese körpereigene Intelligenz ist in unseren Zellen bereits angelegt. »Zellen treffen weise Entscheidungen, und sie handeln danach«, war das Fazit vieler Forschungen der Nobelpreisträgerin Barbara McClintock (1902–1992). Sie entdeckte die Transposons – umgangssprachlich »springende Gene« – und machte deutlich, dass viele Gen-Sequenzen nicht statisch, sondern flexibel sind. Transposons sind in der Lage, sich selbst aus dem Erbgut auszuschneiden und an einer anderen Stelle wieder einzufügen. Sie sind ein kreativer Faktor für genetische Mutationen, etwa die Veränderung der Farbe von Mais oder die Entstehung von multiresistenten Bakterien.

Die Gesamtabstimmung des Organismus funktioniert auch deshalb, weil eine Zelle an sich schon ein hochgradig intelligent organisiertes Gebilde ist. Innerhalb der Zelle findet eine fortlaufende Bewegung aller Teile statt. Ständig werden neue Proteine hergestellt, die sich auf kleinstem Raum in sehr charakteristischer Weise falten, damit sie Platz haben – eine Körperzelle ist ja winzig, nur wenige Mikrometer (0,000 001 Meter) groß. Die Proteine falten sich hauptsächlich zu spiralig geschraubten Helix-Strukturen und zu flachen Bändern.

»Mit den Proteinen erwirbt die Welt der Moleküle ›magische Kräfte‹. Wir haben es hier nämlich mit der Möglichkeit zu tun, dass ein Stoff lebendig wird«, schreibt Rupert Sheldrake. Proteine sind mobile Moleküle! Ein Beispiel sind die Muskeln, die daraus aufgebaut sind. Wenn sich die Muskelproteine nicht durch Verkürzung und Verlängerung bewegen könnten, wären wir starr wie ein Baum.

Doch diese Bewegung ist noch mehr: Es ist die koordinierte Bewegung vieler Millionen von Molekülen. In der Zelle geht es zu wie am Hamburger Hafen: Handelsgüter kommen an, müssen zugeordnet, zwischengelagert und losgeschickt werden. Im Großen wie im Kleinen ist es von großer Bedeutung, Staus und Kollisionen zu vermeiden, denn diese Transportprozesse sind lebenswichtig für jeden Organismus. Für den Transport in der Zelle sorgen Motorproteine, die wie kleine Containerwagen ihre Waren hin und her befördern. Sie benötigen Transportschienen, ohne die sie ziellos im Zytoplasma treiben würden. Diese Rolle übernehmen unter anderem die Mikrotubuli, lange, fadenförmige Strukturen von etwa 25 Nanometern Durchmesser und mehreren Mikrometern Länge, die sich durch die ganze Zelle ziehen. Durch aufwendige Untersuchungen haben Wissenschaftler nun herausgefunden, dass der Abstand 17 Nanometer beträgt (also 0,000 000 017 Meter), den die Transportmoleküle einhalten. Die meisten Teile, die in der Zelle zu Hindernissen werden, sind kleiner als dieser Zwischenraum. So scheinen es die raffinierten Motorproteine zu schaffen, Cargo ohne jegliche Widerstände oder Verhakungen zum Ziel zu bringen.

Es wäre also zu mechanistisch gedacht, den Körper als »Biocomputer« zu betrachten, denn die »intelligente« Kommunikation des Zellverbands ermöglicht erst die Reaktionsflexibilität, die nötig ist, um jeder Herausforderung durch »ungeplante« Einflüsse und neu auftauchende Probleme begegnen zu können. Auch die neueren Erkenntnisse aus der Genforschung zeigen, dass die Zellen und ihre Gene nicht wie ein mechanisches oder digitales Uhrwerk funktionieren, sondern tatsächlich ein komplexes, ineinander verwobenes Netzwerk bilden, das sehr wohl allen neuen Anforderungen gewachsen ist. »Unsere Ansichten über die Transkription und die Gene müssen sich jetzt weiterentwickeln«, sagen Forscher des amerikanischen National Institute of Health. In ihren Untersuchungen wird auch bemerkt, dass das Netzwerk-Modell des Genoms »einige interessante mechanistische Fragen aufwirft, die noch zu beantworten sind.« In meinen eigenen Worten will ich diese Aussage so interpretieren: Das mechanistische Modell ist nicht mehr haltbar!

Ein kommunizierender Zellverband könnte zwar als das Bild einer Maschine gesehen werden, doch kann man im Labor keine Zellen zusammenbauen und sagen: »Nun lebt mal los!« Leben muss nach wie vor immer in einem autopoietischen Prozess gezeugt werden, selbst unter Laborbedingungen. Außerdem gehören zu jedem Lebewesen so grundlegende Dinge wie ein Lebenswille, Wahrnehmung, Gefühle und ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Gefühl für ein Selbst – auf das sich die Intelligenz zu fokussieren scheint. Also ist man beim Thema Intelligenz mit dem innersten Geheimnis des Lebendigseins verbunden, dem man sich nicht allein wissenschaftlich annähern kann, sondern nur in einer Verbindung aus Wissenschaft und Phänomenologie. Wir alle wissen, wie sich Leben von innen anfühlt, und wir beobachten andere Wesen, die sich ähnlich verhalten, die Lebenswillen und Gefühl zeigen. »Intelligenz in der Natur und im Körper« lässt sich gar nicht als etwas Abstraktes begreifen, weil wir genau das sind und uns selbst eben nicht als abstrakte Maschinen erleben.

Erneuerbarkeit ist ein Merkmal des Lebens Aufgrund der hohen Komplexität des menschlichen Körpers gibt es keinen eindeutig bestimmten Augenblick, in dem eine Krankheit beginnt. Die Symptome einer Erkrankung werden meist erst viel später wahrgenommen, während der Prozess der Erkrankung unbewusst womöglich schon eine geraume Weile andauert.

Ein Organismus funktioniert nie perfekt, gerade weil er lebendig ist. Anders als ein Fahrrad oder sonst ein mechanisches oder elektrisches Gerät kann und muss sich der Organismus bis zu einem hohen Lebensalter immer wieder selbst erneuern. Flexibilität und Erneuerbarkeit sind grundlegende Merkmale des Lebens. Und das erklärt zu einem gewissen Grad, dass ein Heilungsprozess dann entsteht, wenn die natürlichen Prozesse ins Gleichgewicht gebracht werden und wieder normal funktionieren.

Außerdem muss man auch die Ursachen eines Schmerzes oder einer Krankheit erforschen. Der intelligente Organismus kann eine »ungesunde« Lebensweise eine gewisse Zeitlang ausgleichen, aber je nach Veranlagung und Genmaterial eines Menschen entsteht irgendwann doch eine Erkrankung. Und selbst eine »gesunde« Lebensweise nach bestem Wissen schützt nicht vor einer Krankheit, da es ja immer vielfältige Faktoren gibt, die uns beeinflussen: Umwelt, Umfeld, Psyche, berufliche Anforderungen usw.

Krankheitsursachen sind vielschichtig und vielfältig, so dass es dafür meist keine allgemeingültige Erklärung geben kann. Ein wichtiger Faktor für die Erhaltung der Gesundheit ist meiner Meinung nach die Erhaltung und Stärkung der körperlichen und seelischen Vitalität, um möglichen schädigenden Einwirkungen von außen und innen wirksamer begegnen zu können. Körperlich und geistig aktive, lebensbejahende Menschen werden offenbar seltener krank – eine »Gesundheitsgarantie« gibt es dennoch nicht, denn das Risiko ist ein Teil des Lebens.

Genauso, wie Krankheit vielschichtig ist, kann Heilung auf vielfältige Weise bewirkt werden: durch chirurgische Eingriffe, chemische oder natürliche Mittel und viele andere Heilweisen. Doch Behandlungen, Medikamente und Zuwendungen sind letztlich nur Anstöße zur Selbstheilung des Körpers. Viele dieser Anstöße sind notwendig, damit die Selbstheilungskräfte im Körper »aufwachen«.

Wenn der Zustand eines Menschen sich mit einer schulmedizinischen oder alternativen Therapie bessert, lässt sich nicht mit Sicherheit erklären, worauf diese Besserung zurückgeführt werden kann. Ein eindeutiges Ursache-Wirkungs-Verhältnis gibt es nicht. Besonders deutlich wird dies beim sogenannten Placebo-Effekt. Dieser Effekt selbst ist ein »Wunder«, denn was bewirkt im Menschen – ohne eine tatsächlich »wirksame« Medizin -, dass es ihm bessergeht? Manchmal funktionieren medizinische Behandlungen
jeglicher Art, ein anderes Mal nicht.

Heilungsprozesse scheinen je nach medizinischer Weltanschauung erklärbar zu sein. Doch hinter allen Heilmethoden steht letztlich immer das Rätsel der intelligenten Selbstheilung des Körpers. Im Krankheitsfall sollten wir immer zuerst auf die Selbstheilungskräfte des Körpers vertrauen und sie bei ihrer Arbeit mit geeigneten, uns entsprechenden Maßnahmen unterstützen – vor allem mit unserer eigenen Intelligenz.

Autor: Bruno Martin

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Der Artikel erschien zunächst in OYA – vielen Dank dafür!

Bruno Martin (66) lebt und lehrt als Buchautor und Dozent in der Lüneburger Heide. Seit 40 Jahren hinterfragt er vertraute Denkweisen und beschäftigt sich mit Heilungsfragen, ohne selbst Mediziner zu sein.

www.brunomartin.de und www.intelligente-evolution.de